Der Herbst ist da.......

 
 

mit dem Zauber seines warmen Lichtes, den kürzer werdenden Tagen, mit reifen Früchten wie Äpfeln und Birnen, Pflaumen, Kürbissen, Nüssen und vielem mehr, aber auch mit Regen und Sturm.…..
Viele Dichter, auch Carl-van-der-Linde, fühlten sich durch diese Jahreszeit inspiriert.

In der Schule haben wir alles herbstlich geschmückt, die Klassen und Flure tragen ein neues Kleid, damit wir es an den unwirtlichen Tagen schön gemütlich haben und gut lernen können….

 
 
 

Harwst
Carl van der Linde

Nu steht de Harwst wer vör de Döhr,
De Blaa kriegt wer ne andre Klör,
De Wind wäith ower de Stoppeln,
De Vögel wer noa’t Süden treckt,
De Kräijen sammelt sick en bleckt
In grote, swatte Koppeln.

Dat Eerpelroden nu beginnt,
O, wat se alle flietig sind,
Oft Junge bin’t of Aule! –
Noa’t Venne föhrt nu drock de Lö,
Brenk dann de Winter Frost en Snee,
Dann lie wy ginne Kaule.

Dann schick’ wy üm de Kachel to
En proat van Vörjoahr, Sommer, wo
Dat Weer mök grote Sorgen.
Wegpuust is nu de Sorgendracht,
Soa geht es vake: biestre Nacht
Brenk mangs den mojsten Morgen.

Drüm gewet noit de Hoppnung up!
Wenn ok de Sünne sick verkrupp,
Of’t Dröägte giff of Regen,
Wot altied noit soa slimm, as’t latt,
Wat heel bedröwet utsött, dat
Wot mangs de gröttste Segen.

                                   v. d. L.

 
 
 
Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!
Und wimmert auch einmal das Herz –
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissen's doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.
Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!
Theodor Storm
(1848)

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Herbsttag


Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rilke

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
       
     
Zurück